Das Cloudcomputing bietet Unternehmen viele Möglichkeiten für das Hosting von Anwendungen. Die Cloud lässt sich quasi sofort für die Nutzung von Tools und Anwendungen verwenden, ermöglicht es den Benutzern, Anwendungen selbst zu installieren, wenn sie sie brauchen, und erlaubt es Entwicklern, Anwendungen zu konzipieren, die skaliert werden können – und das Ganze mit minimaler operativer Kontrolle. Wenn Sie aber noch wenig Erfahrung haben und dies relativ neu für Sie ist, fragen Sie sich vielleicht, wie Sie Ihre ersten Schritte aus dem Rechenzentrum in die Cloud gestalten sollen. Hier sind sechs Tipps für den Anfang:

1. Beginnen Sie mit einer realen Anwendung.

Die Cloud eignet sich nicht für jede Anwendung, aber jedes Unternehmen hat einige Anwendungen, für die sie gut geeignet ist. Wählen Sie für Ihren Cloud-Proof-of-Concept (PoC) eine Anwendung, die einen echten geschäftlichen oder technologischen Bedarf deckt. Erstellen Sie keine künstliche Testanwendung für den PoC. Wählen Sie aber auch nicht den schwierigsten Anwendungsfall, sondern ein Projekt, das Sie in 30 bis 60 Tagen abwickeln können. Wählen Sie eine Anwendung, die gut zu den Stärken der Cloud passt: schnelle Bereitstellung, Skalierbarkeit und die Fähigkeit, variable Workloads zu bewältigen.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie mit einer neuen Anwendung beginnen, statt eine bestehende Anwendung aus Ihrem Rechenzentrum zu migrieren. Wenn Sie fertig sind, haben Sie etwas Neues geschaffen, das die Menschen nutzen können, und nicht nur ein Testprojekt umgesetzt. Außerdem können Sie Ihre Anwendung von Anfang an so gestalten, dass sie in der Cloud ausgeführt werden kann, statt die bisherigen Anforderungen an die Anwendung beizubehalten.

Eine gute PoC-Anwendung kann mobile oder soziale Medien, Big Data oder die Stapelverarbeitung umfassen. Wählen Sie keinen Anwendungsfall mit besonderen Sicherheits- oder Complianceanforderungen, nur, weil Sie gerade versuchen, die Nutzung der Cloud zu erlernen, und weil einfach vielleicht besser ist.

2. Betrachten Sie Ihre erste Bereitstellung als Lernerfahrung.

Die erste Anwendung, die Sie für die Cloud programmieren, sollte nicht nur als Lösung dienen, die eine Geschäftsanforderung erfüllt, sondern auch als Lernerfahrung. Die Entwicklung der Anwendung allein ist nicht Ihr einziges Ziel – Sie möchten etwas erlernen, das Sie zur Einführung von Best Practices und zur Verbesserung Ihres Cloud-Entwicklungsprozesses nutzen können. Ihre Cloudanwendungen werden sich weiterentwickeln, und Ihr Know-how und Ihre Kenntnisse werden das auch tun. Überlegen Sie, wie Sie die Anwendung im Laufe der Zeit verwalten möchten – das Cloudmanagement mit Flexera ist eine Möglichkeit.

3. Nutzen Sie eine Public Cloud, um die Machbarkeit der Cloud zu bewerten.

Sobald Sie sich für eine Anwendung entschieden haben, die Sie in der Cloud erstellen möchten, müssen Sie entscheiden, wo das passieren soll. Sie haben die Wahl zwischen Public Clouds wie der Elastic Compute Cloud (EC2) von Amazon Web Services (AWS), Rackspace, Google Compute Engine (GCE) und Windows Azure sowie Private Clouds auf Basis von OpenStack, CloudStack und VMware vSphere.

Selbst wenn eine Private Cloud Ihr Ziel ist, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre Cloudentwicklung in der deutlich agileren Public Cloud zu starten. Public Clouds nutzen oft die gleichen Hypervisoren und Orchestrierungstechnologien wie Private Clouds, sodass Sie sich mit geringeren Vorabinvestitionen in Zeit und Equipment mit der Cloudtechnologie vertraut machen und sehen können, wie Anwendungen in einer Cloudarchitektur funktionieren. Beginnen Sie mit einer einfachen Anwendung, und bringen Sie sie in der Public Cloud zum Laufen. Bauen Sie auf Ihrem Erfolg für die nächste Phase auf, und steigern Sie die Komplexität.

Eventuell möchten Sie Ihre PoC-Anwendung oder einen anderen Dienst in einer Private Cloud bereitstellen. Private Clouds sind eine gute Wahl für Anwendungen, die eine hohe Leistung benötigen. Im Gegensatz zu Public Clouds, die nur eine begrenzte Anzahl von Hardwareoptionen bieten, können Sie in Ihrer Private Cloud so viel Leistung einsetzen, wie es Ihr Budget erlaubt. Und wenn Sicherheit und Compliance eine Rolle spielen, ist eine Private Cloud je nach Ihren Einschränkungen vielleicht sogar die bessere Lösung.

4. Versuchen Sie nicht, Ihr Rechenzentrum in der Cloud nachzubilden.

Eine Cloudinstanz ist keine virtuelle Maschine. Leider können Sie nicht einfach ein Image einer virtuellen Maschine (VM) in eine Cloud verschieben und erwarten, dass es sofort funktioniert.

In der Regel hat die IT-Abteilung ihre Systeme von unten nach oben aufgebaut, beginnend mit der Hardware, der Installation von Hypervisoren und Betriebssystemen und schließlich der Bereitstellung von Anwendungen. Erfolgreiche Cloudimplementierungen stellen diesen Ansatz tatsächlich auf den Kopf, da sie sich zunächst auf die Anwendungen konzentrieren und auf dieser Grundlage ihrer Anforderungen die Cloudinfrastruktur bestimmen, auf der sie am besten ausgeführt werden können. Das Ergebnis ist eine hochverfügbare, hochskalierbare Architektur zu einem günstigen Preis.

5. Testen Sie im Hinblick auf technische Anforderungen.

Sobald Sie Ihre PoC-Anwendung in einer Cloud ausführen, können Sie damit beginnen, sie zu optimieren. Testen Sie die Leistung. Vergewissern Sie sich, dass sie Ihre Sicherheits- und Complianceanforderungen erfüllt. Integrieren Sie den entsprechenden Support in Ihre bestehenden IT-Service-Management-Prozesse. Und wenn dann alles reibungslos läuft, können Sie die Entwicklung komplexerer Workloads in Betracht ziehen.

Es gibt viele technische Fallstricke. Die größte Herausforderung ist wahrscheinlich die Speicherleistung. Sie erhalten möglicherweise nicht die Leistung, die Sie von Ihrem bestehenden SAN gewohnt sind. Ziehen Sie alternativ einen Cloudanbieter in Betracht, der eine einstellbare IOPS-Leistung bietet oder eine Kombination aus Bare-Metal- und Cloud-Servern bereitstellt. Nutzen Sie Bare-Metal-Server für Hochleistungsspeicher in Kombination mit Cloudservern für elastische Workloads.

Unternehmen nutzen häufig Speicherplatz in Rechenzentren gemeinsam, indem sie dasselbe Volume auf mehreren Servern gleichzeitig installieren. Bei Cloudspeicher ist dies nicht immer möglich, aber Sie können diese Einschränkung umgehen, indem Sie gemeinsam genutzte Dateisysteme wie GlusterFS für die gemeinsame Verwendung von Speicherplatz in der Cloud nutzen.

Die Lizenzierung kann auch ein Problem darstellen, wenn die Software, die Sie einsetzen möchten, nach physischen CPU-Kernen oder Hosts bemessen wird. Flexera kann bei diesem Problem helfen, da eine Reihe von unabhängigen Softwareherstellern (ISV) ihre Software über Flexera zur Verfügung stellen, wobei die Lizenzkosten auf einem cloudfreundlichen, nutzungsbasierten Modell basieren.

Wenn Sie Sicherheits- und Complianceanforderungen erfüllen müssen, sollten Sie Festplattenverschlüsselung und ein Virtual Private Network (VPN) in Betracht ziehen, um Daten sowohl im Ruhezustand als auch bei der Übertragung zu schützen.

6. Messen Sie den Erfolg auf der Grundlage umfassender Geschäftsziele.

Wie beurteilen Sie den Erfolg Ihres ersten PoC-Projekts, nachdem Sie es umgesetzt haben? Die beste Möglichkeit dafür ist, zu schauen, ob Sie unterm Strich den Nutzen erzielt haben, den Sie mit dem Projekt erreichen wollten. Ein typisches Ziel ist beispielsweise die geschäftliche Agilität – wie schnell können Sie mit der Cloud auf geschäftliche Anforderungen und Chancen reagieren? Betrachten Sie die Schnelligkeit und Einfachheit, mit der Sie Anwendungen oder Dienste in der Cloud einführen oder ändern, sie bei wechselnder Nachfrage vergrößern oder verkleinern und Dienste in zusätzlichen Regionen anbieten können.

Überlegen Sie auch, ob Sie sowohl Geschäftsanwendern als auch Entwicklern einen Selfservice-Zugang zu den von ihnen benötigten Ressourcen ermöglichen und ob Sie Routineaufgaben für das Betriebspersonal automatisieren können.

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Verwalten Sie die Cloudnutzung mit vorkonfigurierten und benutzerdefinierten Richtlinien zur Automatisierung von Governance, Kosten, Betrieb, Sicherheit und Compliance.

Bewerten Sie die Kosteneffizienz. Die Public Cloud macht die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur transparent, sodass Sie die Kosten für die Public Cloud mit den Kosten vergleichen können, die für den Betrieb derselben Anwendung in Ihrem Rechenzentrum entstehen würden. Ein weniger greifbares Maß zur Bewertung sind die Opportunitätskosten – eröffnet die Nutzung der Cloud Chancen, die Sie mit einer herkömmlichen Infrastruktur nicht hätten?

Ein weiterer zu berücksichtigender Kostenfaktor ist die Auswirkung der Cloud auf die effiziente Nutzung der Zeit Ihrer Mitarbeiter für die Planung, Vorbereitung und Bereitstellung von Anwendungen und Diensten in der Cloud sowie für die Verwaltung dieser Dienste im Vergleich zur Durchführung derselben Aufgaben in Ihrem Rechenzentrum.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema:

Der original englische Artikel Six Tips for Choosing a Cloud Proof-of-Concept Application von Brian Adler ist auf blog.flexera.com erschienen.