Der zehnte jährliche State of the Cloud Report 2021 von Flexera beleuchtet die neuesten Trends im Cloudcomputing. Der Schwerpunkt liegt auf Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS).

Die Cloudcomputing-Trends 2021 zeigen, dass große Unternehmen weiterhin Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Strategien verfolgen und sich ihre Herstellerkosten erhöhen. Die Cloudnutzung fällt aufgrund der letztjährigen Beschränkungen durch die COVID-19-Pandemie höher aus als erwartet.

Die Befragten haben in diesem Jahr höhere Cloudkosten als je zuvor. Allerdings haben sie weiterhin Schwierigkeiten, die Kosten genau zu prognostizieren, und überschreiten ihre Cloudbudgets deutlich. Demzufolge steht die Optimierung der bestehenden Cloudnutzung das fünfte Jahr in Folge ganz oben auf der Prioritätenliste der Unternehmen für 2021 – dicht gefolgt von der Migration zusätzlicher Workloads in die Cloud. Mit der bisher höchsten Wachstumsrate bei der Nutzung des Cloudcomputing rückt die Akzeptanz von Azure bei den Befragten immer näher an den Marktführer AWS heran. Die Akzeptanz der Google Cloud stieg ebenfalls und erreichte ähnliche Zahlen wie Azure und AWS. Die Daten des Berichts stammen aus der größten und an der längsten laufenden Umfrage zur Nutzung von Cloudinfrastrukturen und richtet sich an Cloudeinkäufer und Entscheidungsträger. Die Antworten geben einen umfassenden Ausblick auf die Cloudcomputing-Trends 2021. Die Daten im State of the Cloud Report 2021 von Flexera – früher bekannt als RightScale State of the Cloud Report – basieren auf einer Umfrage unter 750 geprüften IT-Experten und wurde im Oktober und November 2020 durchgeführt.

Dieser Blog-Beitrag beleuchtet einige wichtige Erkenntnisse der Umfrage zu Cloudtrends. Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie im State of the Cloud Report 2021 von Flexera.

Highlights der Cloudcomputing-Nutzungstrends 2021:

Große Unternehmen nutzen mehrere Clouds

  • 92 % der großen Unternehmen verfolgen eine Multicloudstrategie; 82 % nutzen eine hybride Cloudstrategie.
  • Die Befragten nutzen durchschnittlich 2,6 Public und 2,7 Private Clouds.

Public Cloud ist weiter auf dem Vormarsch

  • 36 % der befragten großen Unternehmen geben über 12 Mio. US-Dollar pro Jahr für Public Clouds aus.
  • 90 % der großen Unternehmen erwarten, dass die Cloudnutzung aufgrund von COVID-19 die bisherigen Pläne übertreffen wird.

Unternehmen haben Schwierigkeiten, die steigenden Cloudkosten in den Griff zu bekommen

  • Die Befragten schätzen, dass 30 % der Cloudkosten in Unternehmen unnötig sind.
  • 61 % der Unternehmen planen, die bestehende Nutzung der Cloud zu optimieren (Kosteneinsparungen), und machen sie damit im fünften Jahr in Folge zur wichtigsten Initiative.

Public Clouds werden beliebter

  • Die drei führenden Anbieter von Public Clouds für große Unternehmen bleiben AWS, Azure und Google.
  • Azure holt weiterhin rasch gegenüber AWS auf.

Große Unternehmen nutzen mehrere Clouds

Große Unternehmen haben sich fast vollständig auf Multicloudmodelle eingestellt. 92 % der Befragten gaben an, eine Multicloudstrategie zu verfolgen. 82 % nutzen einen hybriden Ansatz, bei dem sowohl Public als auch Private Clouds verwendet werden.

Unternehmen verwenden derzeit mehrere Clouds

Unternehmen nutzen derzeit im Schnitt 2,6 Public und 2,7 Private Clouds. Außerdem testen sie weitere 1,1 Public und 2,2 Private Clouds.

Cloudkosten in großen Unternehmen steigen

36 % der großen Unternehmen gaben an, dass ihre jährlichen Kosten über 12 Mio. US-Dollar betragen. 83 % berichteten, dass die Cloudkosten mehr als 1,2 Mio. US-Dollar pro Jahr betragen. Diese Zahlen stellen einen enormen Anstieg gegenüber dem letzten Jahr dar, in dem 20 % der großen Unternehmen jährliche Kosten von über 12 Mio. US-Dollar und 74 % jährliche Kosten von mehr als 1,2 Mio. US-Dollar angegeben haben.

Großteil der Befragten glaubt, dass COVID-19 ihre Cloudnutzung steigern wird

Der Beginn von COVID-19 während der letztjährigen Umfrage zum State of the Cloud Report 2020 veranlasste Flexera dazu, eine Frage hinzuzufügen, die ermitteln sollte, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Cloudpläne haben könnte. Praktisch alle Länder empfahlen Bürgerinnen und Bürgern, zu Hause zu bleiben, schickten Mitarbeiter wenn möglich ins Home-Office und schlossen nicht systemrelevante Geschäfte für den Großteil des Jahres 2020 bis ins Folgejahr hinein. Einige Branchen waren durch die Pandemie mit massiven wirtschaftlichen Problemen konfrontiert. 90 % der Befragten gaben an, dass die Cloudnutzung intensiver ist als ursprünglich geplant. Ein Teil dieser Zunahme ist auf die zusätzliche Kapazität zurückzuführen, die für die derzeitigen cloudbasierten Anwendungen benötigt wird, um der steigenden Nachfrage angesichts der zunehmenden Onlinenutzung gerecht zu werden. Andere Unternehmen beschleunigen möglicherweise die Migration von Rechenzentren in die Cloud als Reaktion auf eine geringere Mitarbeiterzahl, Schwierigkeiten beim Zugang zu Rechenzentrumseinrichtungen und Verzögerungen in Hardwarelieferketten. Im Zuge der Pandemie werden einige Unternehmen möglicherweise auch feststellen, dass Public-Cloud-Anbieter eine zuverlässigere Option für die Geschäftskontinuität darstellen.

Unternehmen haben Schwierigkeiten, die steigenden Cloudkosten in den Griff zu bekommen

Unternehmen investieren immer mehr in die Cloud. Dabei tun sie sich schwer, ihre rasch steigenden Cloudkosten genau zu prognostizieren. Die Befragten gaben an, dass ihre Kosten für die Public Cloud durchschnittlich 24 % über dem Budget lagen. Darüber hinaus erwarten die Befragten einen weiteren Anstieg ihrer Cloudkosten um 39 % in den nächsten 12 Monaten. Dieser Cloudcomputing Trend bedeutet, dass es wichtiger denn je ist, Prognosen und Kosten in den Griff zu bekommen.

Unternehmen verschwenden erhebliche Kosten für die Cloud

Unnötige Cloudkosten sind ein bedeutendes Thema, das angesichts der weiter steigenden Cloudkosten immer wichtiger wird. Die Befragten schätzen, dass 30 % der Cloudkosten in Unternehmen unnötig sind. Allerdings neigen viele Unternehmen dazu, die unnötigen Kosten zu unterschätzen. Bei der Zusammenarbeit mit Kunden zur Aufdeckung unnötiger Kosten stellte Flexera fest, dass die tatsächlichen unnötigen Kosten im Schnitt 35 % oder sogar mehr betragen.

Kostenkontrolle ist im fünften Jahr in Folge führende Cloudinitiative

Im fünften Jahr in Folge ist die Optimierung der bestehenden Cloudnutzung (Kosteneinsparungen) die wichtigste Initiative für das kommende Jahr, gefolgt von der Verlagerung zusätzlicher Workloads in die Cloud und der besseren Finanzberichterstellung über Cloudkosten.

Nutzung großer Public-Cloud-Anbieter verändert sich in großen Unternehmen

Unter den großen Unternehmen liegt Azure mit AWS gleichauf. Google Cloud, Oracle und VMware Cloud auf AWS runden die Top 5 ab. Unter den Top 3 weist Google (49 % der Workloads) das größte Wachstum gegenüber 2020 auf. Die höchsten Prozentsätze für den testweisen Einsatz gibt es bei VMware Cloud auf AWS und Oracle, was die Akzeptanz künftig steigern könnte.

Die Nutzung von AWS und Azure ist in großen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen. Azure liegt jetzt bei 96 % der AWS-Akzeptanz in großen Unternehmen. Die Akzeptanz von Google stieg um 44 %.

Große Unternehmen vergrößern ihren Public-Cloud-Footprint

Cloudorientierte Richtlinien und Cloudmigration sind für leitende IT-Verantwortliche, insbesondere in großen Unternehmen, von höchster Bedeutung. Infolgedessen erhöhen große Unternehmen ihre Ausgaben für Public Clouds und Workload-Volumina rapide.

Die Cloudkosten sind ein guter Indikator dafür, wie intensiv große Unternehmen Public Clouds nutzen. 53 % der großen Unternehmen geben jährlich 1,2 Mio. US-Dollar oder mehr für AWS aus. Zum Vergleich: 48 % geben jährlich mind. 1,2 Mio. US-Dollar für Azure aus. Das zeigt, dass sich der Footprint von Azure dem von AWS annähert. 32 % der großen Unternehmen gaben an, jährlich mind. 1,2 Mio. US-Dollar für Google auszugeben.

Änderung bei den häufig genutzten PaaS-Services

Unternehmen nutzen zunehmend die zahlreichen PaaS-Services von Cloudanbietern. Die drei führenden Services sind Data Warehouse, relationale Database-as-a-Service (DBaaS) und Container-as-a-Service. Unternehmen treiben diesen Wandel voran, da sie ein wachsendes Interesse an der Nutzung von Containern haben, um die Bereitstellung zu beschleunigen, den Betrieb zu skalieren und die Effizienz der in der Cloud laufenden Workloads zu erhöhen.

STATE OF THE CLOUD REPORT 2021 VON FLEXERA™: SPOTLIGHT EUROPA

Trotz einiger Unterschiede stehen europäische Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen und nennen die gleichen Prioritäten für Technologieinitiativen wie ihre internationalen Pendants.

Die 155 europäischen Befragten des State of the Cloud Report 2021 von Flexera repräsentieren etwa ein Fünftel aller Umfrageteilnehmer. Es handelt sich um Führungskräfte und hochrangige Manager in der IT, die über ein umfangreiches Know-how über die gesamten IT-Budgets ihrer Unternehmen verfügen. Das Spotlight Europa gibt einen Einblick in ihre Sichtweisen zu den Problemen in Bezug auf Technologien und Kosten, mit denen sie bei der Entwicklung von Technologiestrategien und der Auswahl von Technologien konfrontiert sind. Es stellt Vergleiche zwischen europäischen Unternehmen und ihren internationalen Pendants an.

Highlights

  • Europäische Unternehmen setzen aufgrund von COVID-19 deutlich stärker auf die Cloud als ihre Pendants in Amerika. 89 % der europäischen Befragten haben die Cloudnutzung aufgrund von COVID-19 ausgeweitet, verglichen mit 61 % der Befragten in Amerika.
  • Die europäischen Befragten des State of the Cloud Report 2021 von Flexera waren in Bezug auf den Cloudreifegrad etwas weiter fortgeschritten als die Befragten in Amerika. 62 % der europäischen Befragten waren Fortgeschrittene, verglichen mit 58 % der Befragten in Amerika.
  • Die größten Herausforderungen bei der Cloudmigration sind für die europäischen Befragten die Beurteilung der technischen Machbarkeit (52 %), das Verständnis von Anwendungsabhängigkeiten (49 %) und die Anpassung/Auswahl der geeigneten Instanz (41 %).
  • Die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit Software in der Cloud waren für die europäischen Befragten das Verständnis der Kostenimplikationen von Softwarelizenzen (57 %), die Sicherstellung, dass nicht zu viele Lizenzen verwendet werden (49 %), und die Komplexität der Lizenzregeln in Public Clouds (46 %).
  • Die wichtigsten europäischen Cloudinitiativen sind die Migration weiterer Workloads in die Cloud (70 %), die Optimierung der bestehenden Cloudnutzung (Kosteneinsparungen) (59 %) und die Ausweitung einer cloudorientierten Strategie (50 %).
  • 95 % der europäischen Befragten nutzen mehrere Clouds.

Zusammenfassung

Der State of the Cloud Report 2021 von Flexera zeigt, dass COVID-19 einen erheblichen Einfluss auf die Cloudeinführung im Jahr 2020 hatte. Multicloudsysteme sind weiterhin die dominierende Strategie, die von fast allen befragten großen Unternehmen verfolgt wird. Der gängigste Multicloudansatz in großen Unternehmen ist eine Mischung aus mehreren Public und Private Clouds. Der Bericht zeigt auch, dass sich Unternehmen zunehmend damit anfreunden, auch sensible Daten in die Cloud zu stellen.

Aufgrund ihrer Komplexität und Dynamik bringt die Multicloudumgebung viele Herausforderungen mit sich, z. B. die Beurteilung der Eignung von On-Premise-Anwendungen für die Migration in die Cloud.

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Die Nutzung von Public Clouds nimmt in allen Unternehmen weiterhin deutlich zu. Dieses Wachstum hat zu einem signifikanten Anstieg der Kosten für Public Clouds geführt, und der Ausbruch von COVID-19 hat diese Kosten wohl noch in die Höhe getrieben. Aufgrund der stetig steigenden Cloudkosten ist die Optimierung der bestehenden Cloudnutzung (Kosteneinsparungen) auch im fünften Jahr in Folge die wichtigste Cloudinitiative für alle Unternehmen. Unternehmen setzen automatisierte Richtlinien ein, um ihre Cloudkosten zu optimieren und kontinuierlich zu überprüfen.

Unternehmen steigen aufgrund ihrer Skalierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Reichweite auf die Cloud um und verwenden eine Vielzahl von Kennzahlen, um den daraus resultierenden unternehmerischen Mehrwert der Cloud zu ermitteln. Die zahlreichen Vorteile der Cloud haben sich als besonders wertvoll erwiesen, da sich die Unternehmen im vergangenen Jahr an die sich schnell verändernden Anforderungen angepasst haben, die durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie entstanden sind.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema:

Der original englische Artikel Cloud Computing Trends: 2021 State of the Cloud Report von Tanner Luxner ist auf blog.flexera.com erschienen.